Hier erfahren Sie, was der systemische Ansatz beinhaltet:
Die Systemische Therapie oder Beratung wurde ursprünglich als Familientherapie oder Familienberatung bezeichnet. Mittlerweile wurde das Arbeitsfeld aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung und den vielfältigen Kontexten, in denen wir uns bewegen, erweitert. Dies hat zur Folge, dass Probleme nicht nur als Eigenschaften einzelner Personen gesehen werden. Vielmehr sind sie Ausdruck der aktuellen Kommunikations- und Beziehungsbedingungen innerhalb eines Systems. Aufgrund dessen erweiterte sich in den letzten Jahren der Blickwinkel von der Familie auf die sie umgebenden Systeme wie Arbeitsfeld, Wohnwelt und alle Systeme, in denen sich die betroffenen Personen bewegen. Im weiteren Sinne sind dies Interaktionssysteme, Organisationssysteme und Gesellschaftssysteme. Somit nahm dieser Ansatz auch Einfluss auf die Entwicklung der systemischen Supervision.
Der systemische Ansatz stellt damit die Lebensqualität von Menschen im Zusammenhang mit ihren relevanten Beziehungen und Lebenskonzepten in den Mittelpunkt eines Gesundheits- und Krankheitsverständnisses.
Ziel des systemischen Ansatzes ist eine Erweiterung der Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten einzelner Personen oder deren Gesamtfamiliensystem, in dem sie sich bewegen. Dabei werden die Ressourcen der beteiligten Personen fokussiert. Die Therapeut:in oder Supervisor:in wird, die bisherigen Muster und Vorannahmen hinterfragen und regt andere Sichtweisen an. Dabei werden neue Interpretationsvarianten und Interaktionsregeln ermöglicht. Hierzu nutzt sie besondere Gesprächstechniken. Sie stellt zirkuläre Fragen, damit die betroffenen Personen angeregt werden, ihre eigenen handlungsleitenden Annahmen über Beziehungen und ihre Einschätzungen der Motive und Prämissen der anderen auszusprechen und damit zur Diskussion zu stellen. Um Beziehungen erfahrbar zu machen, kann z.B. die Therapeut:in die Familien auffordern, sich in einer Skulptur oder Aufstellung darzustellen. Wahrnehmungen und Bewertungen können auch verändert werden durch den Gebrauch von Bildern und Metaphern.
Die Therapeut:in oder Supervisor:in sieht sich nicht als die Expert:in, die die Diagnose o.ä. stellt und die Lösung vorgibt. Sie führt vielmehr einen neugierigen und respektvollen Dialog mit einer einzelnen Person, einem Paar, einer Familie, einer Gruppe oder einer Organisation. Sie unterstützt diese darin, Blockaden in ihrer Entwicklungsdynamik aufzulösen und neue Perspektiven und befriedigendere Muster des Miteinanders zu entwickeln.
(Quelle: Anna Valler-Lichtenberg,DGSF e.V., 2022 o.S./ erweitert von Susanne Groß, 2025)
Susanne Gross Pädagogin M.A. Geiselwieslach 24, 66839 Schmelz, Tel.: 06887 3049247, Mobil: 0151 64000364, E-Mail: praxis@susanne-gross.com
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